Ratgeber

Geschichte Karlsruhes

Geschichte Karlsruhes

Die Gründung 1715

Karlsruhe ist eine der wenigen deutschen Großstädte mit einem exakten, dokumentierten Gründungsdatum: dem 17. Juni 1715. Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach legte an diesem Tag im Hardtwald den Grundstein für ein neues Jagdschloss, um das herum er zugleich eine komplette Stadt anlegen ließ. Der Überlieferung nach war der Auslöser ein Zerwürfnis mit dem Stadtrat der bisherigen Residenz Durlach – Karl Wilhelm wollte fortan unabhängig von städtischen Mitspracherechten regieren.

Das Ergebnis war einzigartig: 32 Straßen, die sternförmig vom Schloss ausgehen, verbunden mit einem halbkreisförmigen Stadtgrundriss. Diese Fächerstruktur ist bis heute nahezu unverändert erhalten und macht Karlsruhe zu einem der bekanntesten Beispiele barocker Idealstadtplanung in Europa.

Residenzstadt des Großherzogtums Baden

Im 19. Jahrhundert stieg Karlsruhe zur Hauptstadt des Großherzogtums Baden auf. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Polytechnischen Schule 1825 – der heutigen Wurzel des KIT und einer der ältesten technischen Bildungseinrichtungen Deutschlands. Karlsruhe entwickelte sich zu einem Zentrum von Verwaltung, Kultur und beginnender Industrialisierung, unter anderem mit einer bedeutenden Maschinenbau- und Fahrzeugindustrie.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Wie viele deutsche Städte wurde Karlsruhe im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe schwer getroffen. Große Teile der historischen Innenstadt, insbesondere rund um den Marktplatz, wurden zerstört und nach Kriegsende in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Die grundlegende Fächerstruktur blieb dabei jedoch erhalten und bestimmte den Wiederaufbau maßgeblich.

Nachkriegszeit: Karlsruhe wird "Rechtsstadt"

Die für die heutige Identität der Stadt entscheidende Entwicklung fand in den Jahren nach der Gründung der Bundesrepublik statt: 1950 wurde der Bundesgerichtshof nach Karlsruhe verlegt, ein Jahr später, 1951, folgte das neu geschaffene Bundesverfassungsgericht. Diese Entscheidung war auch politisch motiviert – man wollte die oberste Rechtsprechung bewusst nicht in der neuen Hauptstadt Bonn konzentrieren. Seitdem ist Karlsruhe untrennbar mit der deutschen Verfassungsgeschichte verbunden.

Vom Verwaltungssitz zum Technologiestandort

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Karlsruhe zunehmend zu einem Zentrum für Informatik und Technologie entwickelt. Die Fusion von Universität und Forschungszentrum zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Jahr 2009 bündelte diese Entwicklung institutionell und stärkte Karlsruhes Ruf als eine der forschungsstärksten Städte Deutschlands.

Zeitleiste im Überblick

Jahr Ereignis
1715 Grundsteinlegung des Schlosses, Stadtgründung
1825 Gründung der Polytechnischen Schule (Vorläufer des KIT)
19. Jh. Residenzstadt des Großherzogtums Baden
1938 Eingemeindung Durlachs
1944/45 Schwere Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
1950 Ansiedlung des Bundesgerichtshofs
1951 Ansiedlung des Bundesverfassungsgerichts
2009 Gründung des KIT durch Fusion von Uni und Forschungszentrum

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